Persönliches Coaching

Coaching bedeutet für uns die sehr persönliche Unterstützung von Führungskräften bei der Bewältigung herausfordernder Situationen im Arbeitsalltag. Dank unserer langjährigen Erfahrung sind wir darin geübt, eine Sachlage schnell zu erfassen und im Gespräch neue Perspektiven und Handlungsoptionen für die Praxis zu entwickeln.

 

Viele Perspektiven, wo bisher nur eine war

Ein persönlicher Erfahrungsbericht eines Qualitätsleiters in einem Automotive-Unternehmen

Als mir das erste Mal persönliches Coaching angeboten wurde, dachte ich, oh Gott, jetzt ist es so weit. Ich soll auf die Couch. Ich hatte keine Vorstellung von der Maßnahme, nur, dass ich es dabei mit einem Psychologen zu tun bekommen würde.

Die Situation in meinem Team war gerade äußerst schwierig. Ich hatte die Abteilung vor einem Jahr übernommen und war damals mit dem festen Willen gestartet, die Aufgaben zweckmäßiger zu verteilen. Aber unter meinem Vorgänger hatten sich Dinge eingeschlichen, die nur schwer zu durchbrechen waren. Außerdem merkte ich deutlich, wie sehr meine Kollegen noch an ihrem alten Chef hingen und wie ablehnend sie mir und meinen Ideen gegenüberstanden. Die Niederlassungsleitung erkundigte sich inzwischen regelmäßig nach meinen Fortschritten. Schließlich hatten wir vor meinem Wechsel in die Abteilung Ziele vereinbart, von denen ich bisher kaum eins hatte umsetzen können.

Ich weiß noch genau, wie ich mir auf dem Weg zu der Beraterfirma ein dickes Fell zulegte. „Der wird dir nicht in die Seele blicken“, sagte ich mir noch im Fahrstuhl und straffte resolut die Schultern.

Oben begrüßte mich ein Mann, der so offen und unkompliziert wirkte, dass ich ihn auf der Stelle gegen jeden aus meinem Team eingetauscht hätte. „Ich nehme an“, sagte er, als wir uns wie zwei langjährige Bekannte gegenübersaßen, „es gibt einige Punkte in Ihrer Abteilung, über die Sie reden möchten. Aber was ist Ihnen heute besonders wichtig?“

Ich schilderte kurz meine Situation und schon waren wir mittendrin in der Problematik. Was ich sofort begriff: Ich hatte mir zu viel vorgenommen. Ich wollte Abläufe, eigentlich ganze Strukturen ändern, ohne dass ich dafür eine Bereitschaft hergestellt hatte. Man kann nicht Großes umsetzen wollen und die vielen kleinen Schritte dahin einfach auslassen.

Es nahm mir unglaublich viel Druck zu sehen, dass mein Vorhaben auf die Weise gar nicht klappen konnte. Im Grunde hatte ich seit Monaten gegen Windmühlen angekämpft.

Am nächsten Tag ging ich mit so viel Elan zur Arbeit wie schon lange nicht mehr. Die Situation war nach wie vor schwierig. Aber ich wusste jetzt, dass es dafür handfeste Gründe gab. Auch meine Mitarbeiter sah ich auf einmal mit ganz anderen Augen. Die mussten mir gegenüber ja verschlossen sein. Was hatte ich denn schon an Verständnis für sie aufgebracht?

Das ist für mich überhaupt der wichtigste Effekt des Coachings: dass man unterschiedliche Perspektiven entwickelt, wo bisher nur eine war. Man kommt dadurch ins Nachdenken. Über sich und über seine Wirkung auf andere. Als würde man die Dinge plötzlich ganz neu sehen, irgendwie gerechter.

Natürlich war das Coaching manchmal auch schonungslos. Zum Beispiel, als mein Berater mir in der dritten oder vierten Sitzung deutlich vor Augen führte, wie wenig ich meine Mitarbeiter förderte. Ich bin es von jeher gewohnt, alles selbst zu machen. Aber wie kann ich von meinem Team erwarten, dass es Aufgaben übernimmt, wenn ich nie jemandem die Chance gebe, dafür Kompetenzen zu entwickeln?

Wir Führungskräfte denken oft, wenn wir nur das erforderliche Fachwissen mitbringen, wachsen wir schon in die Position hinein. Doch das alleine ist es nicht. Wir tragen auch eine große soziale Verantwortung. Nicht nur, was unser eigenes Verhalten als Vorgesetzte angeht. Wir müssen gleichzeitig dafür sorgen, dass unsere Mitarbeiter vorankommen. Niemand meistert das alles rein intuitiv. Zumindest, wenn er seine Sache gut machen will, braucht er darin Unterstützung und Anleitung. Unser Fachwissen haben wir uns schließlich auch nicht selbst beigebracht.